Wohl kaum eine Sorte Mensch wurde und wird so intensiv untersucht wie der Single. Wissenschaftler wollen wissen, wie, wann und warum er Liebe macht. Singlebörsen wollen herausfinden, wie man ihn zum Geldausgeben bringt. Statistiker wollen sowieso fast alles wissen, was sich in Zahlen fassen lässt. Und die Internetseite 100-prozent-singles.de hat allerlei nutzloses, aber unterhaltsames Single-Wissen recherchiert.
Auf der Seite ist zum Beispiel nachzulesen, warum die alten Preußen allen Ernstes eine Jungfernsteuer eingeführt haben (zwecks Geburtensteigerung); oder aus was für Ekeligkeiten der griechische Liebestrank “Philtron” gebraut wurde (unter anderem aus Taubenblut); oder wie viele Scrabble-Wörter sich mit den Buchstaben “S I N G L E” legen lassen (48). Und sehr vieles dreht sich bei 100-prozent-singles.de auch um die Statistik – zum Beispiel in Prozenten bemessene Vorlieben für Hundehalter, Fernbeziehungen oder Seitensprünge.
Dass das Infotainment mit der Statistik kein leichtes Spiel ist, lässt sich schon an der vermeintlich einfachsten Zahl ablesen, dem Singleanteil an der Gesamtbevölkerung. Denn nicht jeder versteht die obersten Zahlenhüter des Statistischen Bundesamtes richtig, die besonders viele Daten abliefern. So berichtet der Berliner Kurier korrekterweise, dass 31,1 Prozent der Hauptstädter alleine leben. Die renommierte Tageszeitung Die Welt schreibt dagegen von unglaublichen 50,1 Prozent – und fällt damit auf eine fehlerhafte Analyse der comdirect bank herein, die offenbar Singles mit Singlehaushalten verwechselt hat. Wohl zu groß war die Versuchung festzustellen, jeder zweite Berliner sei solo (und unsere Gesellschaft womöglich in bedenklichem Zustand).