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Eifersucht

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Quelle: http://www.berlinonline.de/liebe-und-dating/partnerschaft/eifersucht/index.php


Sie verschont keinen, zerstört Lieben und Ehen – kann sie aber auch retten

Wer kennt das nicht? Das Telefon klingelt, man geht ran – und es wird aufgelegt. Misstrauen und Angst machen sich breit. Der Magen wird flau, die Brust eng, und das Herz fängt an zu rasen. Was, wenn der Partner jemand anderen hat?

Der eifersüchtige Mensch erlebt fast alle möglichen schlimmen Gefühle auf einmal. Ärger („Wie kann sie es wagen“), Hass („Dem werde ich es zeigen“), Scham („Alle wussten davon, nur ich nicht“), Angst und Verzweiflung („Ich kann ohne ihn nicht leben“), Depression („Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden“).

„Jedes einzelne dieser Gefühle ist schon schwer zu ertragen, doch alle auf einmal erleben zu müssen – das ist die Hölle“, sagt Diplom-Psychologin Anna Roming.

Der Eifersucht entkommt niemand

Auch nicht die, die von sich behaupten, niemals eifersüchtig zu sein. Ihnen gelingt es vielleicht, ihre Eifersucht zu verdrängen. Aber sie leiden dann eben an „unerklärlichen“ Depressionen, Migräneanfällen oder Hautausschlag.

Eifersucht ist wohl das verkannteste Gefühl: „Jemand, der heftige Eifersuchtsreaktionen zeigt, setzt sich damit leicht dem Gespött seiner Mitmenschen aus“, sagt Psychotherapeut Wolf Jordan.

Auch sein Kollege Hans Jellouschek ist der Meinung, dass sich Menschen dieses Gefühls schämen, „weil sie modern sein wollen, die Eifersucht aber ein unmodernes Gefühl ist. Kleinlich, Besitz ergreifend, engherzig und von Abhängigkeit zeugend.“

Doch die Eifersucht, die laut Volksmund eine Leidenschaft ist, die mit „Eifer sucht, was Leiden schafft“, ist besser als ihr Ruf. Denn sie kann ein wichtiges Warnsignal sein. Und zwar dafür, dass grundlegende Bedürfnisse nach Bestätigung und Sicherheit in der Beziehung nicht befriedigt sind.

Jordan: „Wer das Signal ignoriert, bringt sich um die Chance, die Partnerschaft zu verbessern und Missverständnisse auszuräumen.“

29. März 2011